Montag, 5. September 2016

Schockmoment

Sonntagnachmittag sind wir kurz nach Beacon Bay gefahren, um das Gaffa-Tape auszuleihen. Dort, wo sich vor ein paar Tagen noch unsere Heckscheibe befand, haben wir eine Plane aus Müllsäcken befestigt. Uns ist klar geworden, dass wir mit einem Auto nicht weit kommen; der 8Seater muss auch ohne Heckscheibe genutzt werden. Den Tag über hat es die ganze Zeit geregnet, sodass der Kofferraum schon leicht unter Wasser stand. Es wurde höchste Zeit, dass wir etwas dagegen unternehmen.

Aber zurück zu dem, was sich eigentlich am Sonntag, den 04. September 2016 bei uns ereignete. Als wir auf dem Rückweg von Beacon Bay in unsere Straße einfuhren, stand ein Security-Auto vor unserem Haus. Na super, dachten wir, schon wieder ein Fehlalarm. Das ist nicht ungewöhnlich und letzte Woche kam es schon zweimal vor, dass wir einen Fehlalarm hatten. Komischerweise wurden wir heute nicht von der Securityfirma angerufen als der Alarm losging...
Als wir dann vor unserem Haus standen, war das Gate offen, das Schloss vor dem Eisengitter aufgebrochen und unsere Haustür eingetreten. Bei uns wurde eingebrochen! Joe, Celine und ich sind ins Haus gestürmt, um festzustellen, was geklaut wurde. Mein Zimmer wurde durchwühlt. Beide Matratzen und alle Kissen lagen durcheinander auf den Boden. Bei diesem Anblick war ich völlig geschockt. Aber die Einbrecher müssen gestört worden sein, denn sie wurden mit meinem Zimmer nicht fertig. Laptop, Kreditkarte und andere Wertgegenstände waren noch da.
Bei Celine fehlen alle ihre elektronischen Geräte, Joes Portmornaie, sein Handy und seine Powerbank wurden geklaut und mein Handy war auch nicht mehr da. Um sicherzugehen, dass mein Handy wirklich weg ist, habe ich es angerufen. Es klingelte jedoch nicht in meinem Zimmer, wo es hätte liegen müssen. Sofort haben wir unseren Mentor, Brett, angerufen. Glücklicherweise wohnt er in East London und war dann keine 10 Minuten später bei uns. Joe ist eingefallen, dass es ja die Funktion 'Mein iPhone suchen' gibt (Danke Joe!). Das habe ich auch gleich gemacht und tatsächlich, mein iPhone befand sich nur 1km von unserem Haus entfernt. Brett hat sofort die Security Firma informiert, damit Leute zu dem Standort meines iPhones geschickt werden. Er selbst ist auch unverzüglich zu diesem Ort gefahren. Ich kann es gar nicht glauben, dass er kurze Zeit später mit meinem Handy in der Hand wieder vor mir stand. Er hat es am Straßenrand gefunden. Die Diebe hatten mein Handy wahrscheinlich, nachdem ich es angerufen hatte, weggeschmissen. Vielleicht ist ihnen dann erst bewusst geworden, dass das Handy geortet werden kann. Wir hatten gehofft, dass uns mein Handy zu den Tätern und den anderen geklauten Sachen führen könnte, aber dies war leider nicht der Fall…

Die Security sagte uns, dass die Polizei bereits informiert sei. Brett war ganz verwundert, dass die Polizei sogar abends noch irgendwann gekommen ist, um unsere Aussage aufzunehmen. In einem ruhigen, entspannten Tempo durchliefen wir dann das Prozedere. Wir dachten, dass jeder die ganzen Dokumente ausfüllen müsse. Dies war dann aber doch nicht so. Die Polizei versicherte uns, dass es reiche, wenn Celines und Joes Name im Bericht erwähnt würden. Wir bestanden dann aber zumindest darauf, dass die Nachnamen hinzugefügt werden und dass Celines Name richtig geschrieben wird. Das war nämlich nicht der Fall und hätten wir nichts gesagt, wäre dies auch nicht geschehen. Wie soll Celine denn bitte Geld von der Versicherung zu Hause wieder bekommen, wenn nur ihr falsch geschriebener Vorname in dem Polizeibericht auftaucht??? Ich musste dann jeden einzelnen Zettel unterschreiben und habe den nächstbesten Stift gegriffen, einen blauen Kugelschreiber. Nachdem ich dann alles unterzeichnet hatte, sagte die Polizistin zu mir, dass das so nicht gehen würde. Ich hätte ihren schwarzen Kugelschreiber nehmen sollen, den sie die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte. Na super. Meine blaue Unterschrift habe ich dann mit schwarz übergemalt.

Später abends ist Brett dann noch mit mir zur Polizeistation gefahren, weil Fingerabdrücke auf meinem iPhone sichergestellt werden sollten. Das wurde dann auch gemacht und ich musste wieder unterschreiben. Dieses Mal habe ich gleich mit einem schwarzen Kuli unterschrieben. Ich frage mich nur, warum die Polizisten keine Fingerabdrücke von mir (uns) wollten, denn diese befinden sich doch auch auf meinem Handy. Eigentlich wäre es doch sinnvoll gewesen, unsere Fingerabdrücke zu nehmen, um zu wissen, welche Fingerabdrücke von den Tätern stammen. Aber hey, mein Vorschlag wurde sofort abgelehnt und anscheinend nicht für gut empfunden. Ich glaube, weil die Polizisten <meine Reisepassnummer haben, könnten sie sogar auf meine Fingerabdrücke zugreifen. Aber dann fehlen ja immer noch Celines und Joes Fingerabrücke, denn ihre Reisepassnummern wollten die Polizisten nicht aufnehmen. Naja, ich steige durch dieses System nicht wirklich durch.
Ich möchte nicht voreilig über die Polizei hier urteilen. Ich möchte nur meine bisherigen Erfahrungen berichten.

Brett hatte dafür gesorgt, dass wir die nächsten Tage einen Guard vor unserer Haustür sitzen haben. Der kam dann abends auch und das erste, was er uns fragte war, ob wir noch eine Taschenlampe hätten, denn seine würde nichtmehr funktionieren. Er hatte auch nichts dabei, um sich verteidigen zu können, weswegen wir ihm doch bitte einen Gegenstand, mit dem man sich wehren könne, besorgen sollten. Wir hatten keine Taschenlampe im Haus und haben ihm dann einen Hammer aus unserer Werkzeugkiste gegeben. Naja, ich habe mir versucht einzureden, dass es ja schon mal gut ist, dass jemand vor unserem Haus sitzt und Präsenz zeigt.

Es war ein komisches Gefühl, abends ins Bett zu gehen und zu wissen, dass jemand mein Bett durchwühlt hat. Wirklich gut schlafen konnte ich auch nicht. Heute Morgen um 6:00 Uhr klopft es dann auf einmal an der Haustür. Der Guard fragte, ob er unsere Toilette benutzen dürfe, weil in ein paar Minuten Schichtwechsel sei. Diese Argumentation konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Als gute Gastgeber haben wir natürlich nicht nein gesagt, aber wirklich toll fanden wir es nicht, dass wir deswegen um 6:00 Uhr geweckt wurden.

Unsere Sicherheitsvorkehrungen werden jetzt noch weiter verschärft! Die nächsten Tage werden dafür genutzt, um uns die bestmögliche Sicherheit zu gewähren.

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